Der Braunkohle auf der Spur
Anlässlich einer Jahrgangsstufenexkursion machten sich am Mittwoch, den 07.10.2026, insgesamt 75 Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 11 des Lessing-Gymnasium Hohenstein-Ernstthals auf den Weg ins mitteldeutsche Braunkohlerevier. Begleitet wurden sie von ihren GRW- und Geographie-Lehrern sowie dem Schulleiter Herrn Fickenscher.
Aufgeteilt auf zwei Reisebusse ging es zunächst zum Kraftwerk Lippendorf im Südraum von Leipzig. Für eine Hälfte der Exkursionsgruppe stand eine interessante Führung durch das Kraftwerk auf dem Plan. Vom 163 Meter hohen Kesselhaus bot sich ein imposanter Blick auf die Leipziger Tieflandsbucht und die Tagebaufolgelandschaft mit ihren Seen, rekultivierten Flächen und Solar- bzw. Windparks. Ein Blick in den Kessel, in welchem Braunkohle zur Wärme- und Elektroenergieerzeugung verbrannt wird, durfte natürlich auch nicht fehlen.
Für die andere Hälfte der Gruppe ging es derweil mit einem Mannschaftstransportwagen der MIBRAG in den nahegelegenen Tagebau Vereinigtes Schleenhain. In diesem wird Braunkohle aus der Zeit des Känozoikums (Erdneuzeit) hauptsächlich für das Kraftwerk Lippendorf abgebaut. An den Flözen war der Bodenschatz im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah. Kohlestaub an den Füßen oder wahlweise auch im Gesicht rundeten die Tour ab. Wer wollte, durfte sich als Andenken ein bisschen Braunkohle mit nach Hause nehmen.
Nach zwei Stunden erfolgte ein Wechsel der beiden Teilgruppen, sodass am Ende der Exkursion jeder den Weg der Kohle vom Abbau über die Verarbeitung bis zur Rekultivierung nachvollziehen konnte. Am späteren Nachmittag landeten alle wieder wohlbehalten in Hohenstein-Ernstthal. Neben der Funktionsweise eines Kraftwerkes oder Tagebaus konnten sich die Schüler mit aktuellen energiepolitischen Debatten und Herausforderungen des Strukturwandels im mitteldeutschen Braunkohlerevier auseinandersetzen. Somit bot die Exkursion Gelegenheit, über die Zukunft der aktuellen Energieversorgung nachzudenken.
Dirk Hack-Roth, OSB und Fachlehrer Geografie





